Vor kurzem stand ich an der Kasse unseres Supermarktes und vor mir waren ein Mann mittleren Alters und eine Frau, etwas jünger.
Die Frau verpackte gerade ihren Einkauf und ging dann Richtung Ausgang.
Der Mann wirkte etwas in Eile und erklärte der Kassiererin, dass er zwei Einkäufe hat. Er zahlte also in zwei Etappen und versuchte die Waren im Einkaufswagen so zu packen, wie er es für zwei Haushalte aufteilen musste.
Aufgrund der Schnelligkeit der Kassiererin, gelang ihm das aber nicht und letztendlich legte er den Rest etwas gehetzt und eher unübersichtlich in den Einkaufswagen.
Er zahlte und wollte gerade gehen, da kam die Frau zurück und fragte, ob der Mann wohl versehentlich die Bananen eingepackt hätte.
Der schaute in seinen Korb und tatsächlich dort lagen zweimal Bananen.
Wie selbstverständlich gab er der Frau die Bananen und wollte gehen.
Die Frau aber sagte:“ Jetzt haben Sie wahrscheinlich meine Bananen bezahlt, schauen Sie doch bitte auf Ihren Bon, damit ich Ihnen das Geld geben kann.“ Der Mann:“ Ach nein, ich bin in Zeitdruck, das ist schon o.k., wenn es so ist, macht mich das schon nicht arm.“ Er zog los.- Ich habe das Schauspiel mit angesehen und dann nur bemerkt:“ Wie nett von dem Mann!“
Darauf die Frau zur Kassiererin:“ Das ist mir unangenehm, dass der Herr nun meine Bananen bezahlt hat. Ich fühle mich schuldig!“
Die Kassiererin nun etwas barsch:“ Ne, ne, ne, schauen sie auf ihren Bon, da stehen die Bananen drauf, ganz sicher.“
Tatsächlich konnte der Blick auf den Bon helfen, der Frau das Schuldgefühl zu nehmen. Sie hatte die Bananen selbst gezahlt.
Die Kassiererin triumphierend:“ Sehen sie, ich kenne diese Leute, der hätte nichts gesagt und die Bananen behalten!“
Ich dachte nur, wie Schade, nun haben die süßen Bananen einen bitteren Beigeschmack bekommen.



Kommentar schreiben
Katharina S. (Montag, 27 Dezember 2021 23:56)
Schade, daß die Kassiererin so unsensibel reagiert hat. Sie hat doch sicher mitbekommen, daß er die Bananen nicht bezahlt haben wollte, wenn sie auf seinem Bon gewesen wären. Damit hat sie leider die ganze schöne Situation zunichte gemacht.
Dabei wird man wieder daran erinnert, liebevoll miteinander umzugehen und das Gute im Menschen zu sehen und dafür dankbar zu sein.
Sandra (Sonntag, 29 März 2026 14:15)
Zen-Gedanken, die dazu einfallen:
„Der Mond spiegelt sich im Wasser –
doch das Wasser hält ihn nicht fest.“
Eine wohlwollende Handlung – klar, einfach, ohne Absicht,
wie der Mond im Wasser.
Doch sofort beginnt der Geist zu greifen, zu prüfen, zu urteilen:
War es wirklich so?
Ist es so oder so gemeint?
Und in diesem Greifen
verliert sich die Klarheit des Moments.
Vielleicht ist die leise Lehre darin:
Das Gute geschieht oft mühelos –
und wird erst kompliziert,
wenn wir beginnen, es glauben zu wissen und hinterfragend verstehen zu wollen.
„Zu leicht, zu leicht –
alles wird gedacht und gesagt,
und nichts verstanden.“